Fragen an die Bürgermeisterkandidaten
Sie sind noch unentschlossen, wem Sie bei der Bürgermeisterwahl am 19. April Ihre Stimme geben wollen? Sie hätten bei der Kandidatenvorstellung am Freitag, 27. März 2026 noch weitere Fragen gehabt? Sie möchten gerne einfach mehr über die Kandidaten wissen?
Wir haben Fragen gesammelt, zehn davon ausgewählt und an alle Kandidaten verschickt. Wir stellen hier alle Antworten nebeneinander – damit können Sie sich selbst ein Bild machen.
Wer möchte, kann über die Kommentarfunktion auch seine Meinung veröffentlichen. Vielleicht ergibt sich zum ein oder anderen Punkt auch eine virtuelle Diskussionsrunde, das würde uns freuen.
Nutzen Sie auch die Möglichkeit, die Fragen, die Sie wichtig finden über die privaten Social Media Kanäle zu teilen. Vorlagen können witer unten in dieser Email heruntergeladen weden.
Hinweis: Klicken Sie auf die grüne Flächen für eine detaillierte Beschreibung
Detaillierte Beschreibung zum ein- und Ausklappen.
Die Kurzfassungen der Antworten (grüner Block) ebenso wir die detaillierte Beschreibung (Ausklapptext) wurden von den Kandidaten bereitgestellt und unverändert hier übernommen.
Kandidatenvorstellung:
Marc Roth „38, Geschäftsführer & Büroleiter im Landtag, Verwaltungs- & Führungserfahrung, überparteilich“

- In meiner Freizeit treibe ich viel Sport. Rennrad und Rudern begeistern mich. Ebenso wichtig sind mir meine Familie und Freunde- genauso wichtig sind mir das Entdecken neuer Kulturen.
- Als Geschichtswissenschaftler beschäftige ich mich zudem mit Traditionen und der Historie auch unserer Härten Gemeinden.
Carsten Göhner
„Carsten Göhner, 54, Bauamtsleiter, verheiratet, 1 Tochter, 2 Stiefsöhne.“

- Ich wohne seit 26 Jahre auf den Härten.
- Seit 2021 bin ich Bauamtsleiter in Wannweil.
- 2007 – 2021 Bauhofleiter in Kusterdingen.
- 1998 – 2007 Bauleiter im Roh- und Schlüsselfertigbau.
- Berufsausbildung: Bautechniker Fachrichtung Hochbau / Bautechniker in der Wasserwirtschaftsverwaltung.
- Unabhängig und dem Wohl aller Einwohner verpflichtet!
- Ehrenamt: Beiratsmitglied Naturtheater RT / Jettenburger Dorfmusikanten / THW Swingband.
- Hobbygärtner: „Mit eigener naturnaher Anbauphilosophie“
Jens Deichmann
„35 Jahre, Familienvater, Polizist, Gemeinderat – engagiert für die Härten“

- 35 Jahre
- verheiratet, zwei Kinder
- wohnhaft in Wankheim
- Kriminalbeamter
- Der Mensch steht für mich im Mittelpunkt.
- Ehrlich, transparent und am liebsten im Austausch
- Immer der Sache verschrieben – nie der Befindlichkeit
- Stets auf der Suche nach guten Ideen/Lösungen
Gültekin Ateş „Authentisch, bodenständig, bürgernah, greifbar, vernünftig, steht für Kontinuität“

- 53 Jahre alt, Familienvater, 3 Kinder
- Diplom-Betriebswirt (FH), seit 25 Jahren bei der Fraunhofer Gesellschaft.
- Controlling und Finanzen
- Ehrenamtlicher Trainer E-Jugend TSV Kusterdingen
- Leidenschaftlicher Fußballer, Reise gern, interessiere mich für die globale Politik
- Um den Erfolg und Fortschritt der Gemeinde sicherzustellen brauchen wir die Unterstützung jedes einzelnen Bürgers. Die Teilgemeinden müssen besser und vertrauensvoller miteinander zusammenarbeiten, wir sind eine Gemeinde, vom Ehrenbachtal in Immenhausen bis zur Waldsiedlung in Kusterdingen. Nur wenn wir zusammenhalten/zusammenarbeiten werden wir erfolgreich sein. Wir müssen vor allem mehr für unsere Kinder machen.
Eser Turgut
„Transparent kommunizieren, digital gestalten und Wohnraum schaffen.“

- 30 Jahre, verheiratet, hier aufgewachsen und hier zuhause
- Kaufmann mit Erfahrung in der Einführung kommunaler Steuern
- Ehrenamtliches Vorstandsmitglied im Löwen-Laden und Schöffe im Landgericht
- Klare Zahlen, starke Finanzen, moderne Verwaltung
- Jung, entschlossen, verantwortungsvoll
Klimawandel und Klimaschutz, kommunale Wärmeplanung
1. Woran können die Bürgerinnen und Bürger am Ende Ihrer ersten Amtszeit erkennen, dass Kusterdingen beim Klimaschutz vorangekommen ist?
Marc Roth „Messbare Emissionsreduktion, mehr erneuerbare Energien, nachhaltige Flächennutzung & Prüfung Komm. Wärmenetz“
- Deutlich reduzierte Treibhausgasemissionen
- Mehr erneuerbare Energien vor Ort
- Verantwortungsvolle Flächennutzung („Flächenrückhaltepolitik“)
- Prüfung bei der Wärmeversorgung – etwa ergebnisoffene Prüfung eines Kommunalen Wärmesystems
Carsten Göhner „Mehr: Dachbegrünungen + Regenerative Energie + Dachflächenphotovoltaik + Schwammgemeinde + Hitzeschutzkonzept + Biotopverbund + Nahwärmenetz“
- In den zukünftigen Bebauungsplänen, möchte ich das Thema Regenrückhaltung, Hitzeschutz, Dachbegrünungen und regenerative Energieversorgung, verankern.
- Die regenerative Energieversorgung möchte ich technologieoffen, unter der Berücksichtigung der wirtschaftlichen Zwänge, deutlich forcieren.
- Für die gesetzlich nicht förderfähige Nachrüstung von Dachflächenphotovoltaikanlagen, einschließlich Speicher, könnte ich mir einen kleinen Fördertopf der Gemeinde vorstellen, um die dezentrale Energieversorgung zu unterstützen und die Netze zu entlasten.
- Bei allen gemeindlichen Bauprojekten, muss das Thema Hitzeschutz und Schwammgemeinde im Sinne von Endsiegelung und Schaffung von Retentionsräumen mitgedacht und sichtbar umgesetzt werden.
- Den Biotopverbund und die Anpassung der öffentlichen Grünanlagen, mit Bäumen der Zukunft und Staudenbeetflächen, möchte ich voranbringen. Das Nahziel ist der Erhalt der Artenvielfalt, die Reduzierung des Pflegeaufwandes und die Schaffung von zukunftsfähigen öffentlichen Grünanlagen.
- Die Inbetriebnahme von einem kleinen Nahwärmenetz, wäre für mich die Erfüllung von einem Traum.
Jens Deichmann
„Wirksamer Klimaschutz braucht klare Ziele, Fokus und messbare Ergebnisse.“
Alles, was wir für den Klimaschutz tun, muss auch wirksam sein. Dies kann man, wie die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA BW) schön zeigt, über kommunale Energie- und CO2-Bilanzen darstellen. Dabei wird aufgezeigt, welche Verbrauchssektoren und welche Energieträger die größten Anteile haben. Darauf aufbauend können Minderungspotenziale berechnet, Klimaschutzziele quantifiziert und Schwerpunkte bei der Maßnahmenplanung gesetzt werden.
Die KEA BW bietet das kostenlose Bilanzierungstool BICO2BW an, „mit dem Kommunen mit überschaubarem Aufwand eine Energie- und CO2-Bilanz erstellen können“. Zu Beginn, zur Mitte und zum Ende meiner Amtszeit soll diese Bilanz aktualisiert werden und auf dieser Grundlage Maßnahmen konzipiert und umgesetzt werden.
Der Verbrauchssektor, der üblicherweise das höchste CO2-Minderungspotenzial aufweist, ist der Gebäudesektor. Bei privaten Haushalten können Minderungspotenziale durch eine kluge kommunale Wärmeplanung gehoben werden. Bei kommunalen Liegenschaften durch energetische Sanierungen im Rahmen innovativer Ansätze wie dem Energiespar-Contracting.
Hinzu kommt der Wunsch, dass unser Bioabfall über Biogasanlagen im Kreis, im besten Fall auf den Härten, energetisch verwertet und durch Pyrolyse aufgewertet wird. Dies würde die Bilanz durch kurze Wege und Energieerzeugung vor Ort positiv beeinflussen und Wertschöpfung bringen.
Letztlich soll die Wirksamkeit der Maßnahmen und der Fortschritt beim Klimaschutz für die Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der THG-Bilanzierung am Ende meiner ersten Amtszeit erkennbar sein.
Gültekin Ateş
„Ausbau der Nutzung von Sonnenenergie, Ausbau Ladesäulen“
Wir müssen versuchen die Sonnenenergie noch mehr zu nutzen. Photovoltaik muss auch für private Haushalte attraktiv gestaltet werden. Die Infrastruktur für Ladesäulen für E-Fahrzeuge muss ausgebaut werden. Die Elektrifizierung des Fuhrparks muss vernünftig wirtschaftlich darstellbar ausgebaut werden. Auf gemeindeeigenen Gebäuden und Flächen muss der Ausbau der Gewinnung von erneuerbaren Energien weiter vorangetrieben werden.
Eser Turgut
„Die Gemeinde Kusterdingen geht mit gutem Beispiel voran“
Klimaschutz ist für mich eine Frage der wirtschaftlichen Vernunft. Als Bürgermeister werde ich die Gemeinde zum Vorbild machen: durch den Ausbau von Photovoltaik auf kommunalen Dächern und effizienter Digitalisierung, die nicht nur fossile Ressourcen einspart. Mein Ziel ist eine Verwaltung, die Nachhaltigkeit durch Innovationen vorlebt, statt sie durch Verbote zu erzwingen. Der ÖPNV ist bedarfsgerecht gestaltet und schafft eine echte Alternative zum Auto. Wenn das eigene Auto doch genutzt werden soll, kann es anschließend an einer öffentlichen E-Ladesäule „getankt“ werden.
2. Welche Maßnahmen ergeben sich für die Gemeinde (mit allen Teilorten) aus dem kommunalen Wärmeplan? Was spricht nach Ihrer Ansicht für oder gegen die Gründung eines kommunalen Eigenbetriebes für die Wärmeversorgung oder für eine Bürgerenergiegenossenschaft?
Marc Roth „Wärmenetz prüfen, freiwillig, effizient, Förderung nutzen, hohe Anschlussquote nötig“
- Erstellung eines kommunalen Wärmenetzes ist anspruchsvoll, aber auch wirkungsvoll
- Hohe Investitionskosten benötigen eine hohe Anschlussquote, d.h. dichte Wohnbebauung und Anschluss öffentlicher Gebäude erhöhen Wirksamkeit
- Keine Anschlusspflicht, wenn es nach mir geht
- Förderquote Land & Bundesmittel prüfen- auch insgesamt bei Vollkostenrechnung
Carsten Göhner „Effizienzsteigerung + Wärmenetze + Technologieoffene Untersuchung der Gebiete mit hoher Energiebedarfsdichte.“
- Werbung für Beratungsangebote für die Effizienzsteigerung, durch die energetische Sanierung von privaten Wohngebäuden.
- In Abhängigkeit von der Energiebedarfsdichte könnten Nahwärmenetze möglich werden. Die Ergebnisse aus der kommunalen Wärmeplanung liegen vor. Die Grundlagenbeschlüsse durch den Gemeinderat, für die Wärmenetze Kusterdingen-West, -Ost und Wankheim stehen derzeit noch aus.
- Grundsätzlich ist die regenerative Energieversorgung für jeden Einzelfall technologieoffen zu Bewerten und die wirtschaftliche Darstellbarkeit mit zu berücksichtigen.
- Ein Energiebetrieb muss von Profis geführt werden um „Anfängerfehler“ zu vermeiden! Das kann durch Contractingpartner geschehen oder noch besser durch Genossenschaften, wie beispielsweise bei der PV-Nutzung durch die EENA und deren Bürgersolaranlagen.
Jens Deichmann
„Flexible Wärmewende durch Kooperation und Ausbauperspektiven“
Bei der Energie- und Wärmewende kommt es darauf an, entschlossen und zugleich überlegt vorzugehen. Für Kusterdingen bedeutet der kommunale Wärmeplan: Wir sollten dort starten, wo Lösungen wirtschaftlich und technisch sinnvoll umsetzbar sind – und diese schrittweise weiterentwickeln.
Konkret sehe ich großes Potenzial für erste Wärmenetze im Bereich der Schulen – der Astrid-Lindgren-Schule und des Blaulach-Gymnasiums – sowie in angrenzenden Wohngebieten und der Ortsmitte. Diese können als „Pioniernetze“ dienen und perspektivisch erweitert werden. Wichtig ist mir, den Bürgerinnen und Bürgern frühzeitig die Möglichkeit zu geben, sich etwa durch vorbereitende „blinde Anschlüsse“ die Option für einen späteren Umstieg offen zu halten.
Gleichzeitig sollten wir technologieoffen bleiben. Neben klassischen Wärmenetzen bieten insbesondere sogenannte „kalte Nahwärmenetze“ neue Chancen. Dabei wird über Erdsonden ein Netz mit einer konstant temperierten Flüssigkeit betrieben, aus dem die Gebäude über eigene Wärmepumpen ihre Heizwärme erzeugen. Dieses System ist besonders für bestehende Wohngebiete und Teilorte interessant, da es flexibel einsetzbar ist und geringere Wärmeverluste aufweist. Gerade dort, wo klassische Wärmenetze wirtschaftlich schwierig sind, eröffnet diese Technologie neue Perspektiven. Zusätzlicher Vorteil: Im Sommer kann das Haus damit gekühlt und die abgeführte Wärme im Erdreich gespeichert werden.
Für mich ist klar: Es gibt nicht die eine Lösung für alle Ortsteile. Entscheidend ist, je nach Bedarf die passende Technologie einzusetzen.
Auch das Organisationsmodell spielt eine wichtige Rolle. Ein kommunaler Eigenbetrieb ermöglicht eine klare Steuerung, ist aber in Kooperationen weniger flexibel. Bürgerenergiegenossenschaften bringen dagegen Kapital, Akzeptanz und Engagement vor Ort ein.
Ich setze daher auf einen kooperativen Ansatz: Die Gemeinde übernimmt die strategische Steuerung und schafft die Rahmenbedingungen, während Bürgerinnen und Bürger sowie private Akteure aktiv eingebunden werden. So kann die Wärmewende in Kusterdingen gemeinsam und erfolgreich gestaltet werden.
Gültekin Ateş
„Der erarbeitete Wärmeplan sollte bei Eignung umgesetzt werden.“
Der aktuelle Wärmeplan muss weiter im Augenschein behalten werden. In Gebieten wo es sinnvoll und von der Umsetzung her möglich ist, sollte diese Alternative in Betracht gezogen werden. Hier sollte in Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden in Mischgebieten die Nutzung auch gemeindeübergreifend geprüft werden.
- Pro: Nutzung von Synergien in geeigneten Gebieten.
- Contra: Kostenfaktor darf ich vernachlässigt werden.
Eser Turgut
„Pragmatische Wärme für jeden Ortsteil“
Dort, wo es sinnvoll ist, sollten Nahwärmenetze geprüft und gleichzeitig individuelle Lösungen wie Wärmepumpen unterstützt werden. Die Gemeinde soll dabei eine zentrale Rolle in der Beratung übernehmen. Einheitliche Lösungen für alle wird es nicht geben.
Ein kommunaler Eigenbetrieb bietet Kontrolle, bringt aber auch finanzielle Risiken und benötigt personelle Verstärkung. Eine Bürgerenergiegenossenschaft stärkt Beteiligung und Akzeptanz vor Ort. Entscheidend ist für mich ein pragmatischer Ansatz. Wir wählen die Lösung, die vor Ort am besten funktioniert. Auch Kombinationen sind denkbar.
Innerörtlicher Strukturwandel, Stadt– und Dorfentwicklung
3. Wie werden Sie Leerstände und unbebaute Grundstücke im Stadtgebiet, die im Besitz von Privatpersonen sind, nutzbar machen (Innenentwicklung)? Sind Sie bereit, bei diesen Immobilien das Instrument einer erhöhten Grundsteuer einzusetzen?
Marc Roth „Anreize statt Zwang, Beratung, ggf. Ankauf, Ortskern stärken, keine Grundsteuer C“
- Aktive Ansprache & Beratung („Quartiersmanagement“)
- Leerstandskataster für interne Zwecke- nicht öffentlich, freiwillig; etwa zur Erfassung von ortsbildprägenden Schlüsselimmobilien
- Fördermittelberatung, Umnutzung erleichtern
- Strategischer Ankauf seitens Gemeinde überdenken (etwa Ortsbildprägende Schlüsselimmobilien)
- Ortskern stärken
- Keine Grundsteuer C, keine Baugebote
Carsten Göhner
„Grundstücksspekulationen müssen unterbunden werden.“
Es muss unterschieden werden zwischen privaten Grundstücken, welche für die Folgegenerationen zurückgehalten werden und der Grundstücksspekulation. Nachdem die Grundsteuer angepasst wurde, sehe ich hier bereits ein vorhandenes Regularium, wodurch für Grundstücke in Baugebieten bereits eine erhöhte Steuerschuld entsteht und somit ein gewisser Druck auf die Eigentümer ausgeübt wird.
Jens Deichmann „Dialog vor Zwang – Innenentwicklung gemeinsam voranbringen – Einführung Grundsteuer C“
Die Einführung einer Grundsteuer für bebaubare Grundstücke (Grundsteuer C) sehe ich als ein mögliches Instrument, dem Wohnraummangel entgegenzutreten. Allerdings muss abgewogen werden, ob der Aufwand (Satzung, Allgemeinverfügung, Bescheide, Widersprüche und Klageverfahren etc.) zum erzielten Nutzen führt. Die Frage ist, ob durch die Einführung dieser Steuer später mehr unbebaute Grundstücke für Bauwillige zur Verfügung stehen oder ob hier lediglich der Verwaltungsaufwand erhöht wird. Nicht verkaufsbereite Eigentümer werden im Zweifel die erhöhte Grundsteuer bezahlen und Eigentümer bleiben.
Innenentwicklung/Nachverdichtung/Dachausbau gelingt nur im Miteinander:
- Einsatz von Sanierungskonzepten/-Gebieten
- aktive Ansprache von Eigentümern bei leerstehenden Objekten; gemeinsame Erarbeitung von Entwicklungskonzepten (z.B. Obere Straße Wankheim)
- Beratung und Unterstützung bei Entwicklung, staatliche Förderung nutzen
- Bestand optimieren, Bebauungspläne anpassen, Aufstockung, Dachausbau, gewerbliche Fläche, die nicht mehr genutzt werden, zur Wohnraumschaffung umnutzen
- Ausgleich schaffen für Eingriff (Dachbegrünung, Hochwasservorsorge, Versiegelung von Flächen)
Gültekin Ateş
„Anreize für Tauschgeschäfte schaffen, Attraktivität erhöhen“
In ergebnisoffenen Gesprächen mit den Besitzern müssen Anreize für Tauschgeschäfte geschaffen werden. Eventuell können generationenübergreifende Projekte erarbeitet werden, welche für ältere Menschen attraktiv gestaltet werden können. Leerstände in den Dorfmitten müssen sinnvoll für das Dorfleben wieder erweckt werden. Auch für junge Familien muss das Leben im Dorf möglich sein, bezahlbare mieten und die Möglichkeit wieder bauen zu können muss gefördert werden.
Eser Turgut
„Eigentümer bekommen Post vom Bürgermeister“
Ich werde jeden Eigentümer von unbebauten, baureifen Grundstücken und leerstehenden Gebäuden persönlich anschreiben, um die Gründe zu erfahren und eine Datengrundlage für das weitere Vorgehen zu haben. Aus Tübingen bringe ich die Erfahrung für die Einführung einer Grundsteuer C mit ins Rathaus nach Kusterdingen. Im ersten Schritt glaube ich aber an die Wirksamkeit der persönlichen Kontaktaufnahme und setze auf Freiwilligkeit. Sollte das keine Wirkung zeigen, bin ich für die Umsetzung weiterer Maßnahmen bereit.
4. Mit welchen Mitteln schaffen Sie bezahlbaren Wohnraum?
Marc Roth „Leerstände reaktivieren, Investitionen fördern, Anreize statt Zwang & Wirtschaftlichkeit priorisieren“
- Reaktivierung von Leerstand – großes Potential
- Investitionen anstoßen
- Anreize statt Zwang & Wirtschaftlichkeit vor Moral
Carsten Göhner „Preisdämpfung durch die Bauplatzvergaberichtlinie + Angebot von Erbpachtgrundstücken + Bauturbo.“
- Die Bauplatzvergaberichtlinie muss dringend beibehalten werden und in regelmäßigen abständen auf ihre aktuelle Zweckmäßigkeit geprüft und bei Bedarf angepasst werden.
- Das Angebot von Erbpachtgrundstücken, senkt die Kosten für das Baugrundstück von vornherein, sehr erheblich.
- Durch die Bauplatzvergaberichtinie und insbesondere durch das Angebot von Erbpachtgrundstücken, werden die Baupreis auch auf dem freien Markt gedämpft.
- Maßvolle und abgestimmte Nutzung der Möglichkeiten aus dem „Bauturbo“. Das beinhaltet die Ermöglichung von Wohnraumschaffung durch Dachausbauten, die Genehmigung von Dachgauben oder Aufstockungen, wo diese bislang durch die Bebauungs- beziehungsweise Dorfbereichspläne, nicht möglich waren.
- Verdichtete Bebauungsmöglichkeiten durch die entsprechende Ausgestaltung der zukünftigen Bebauungspläne.
- Einführung einer neuen Form der Bauplatzvergabe, durch das Mittel der Konzeptvergaben an interessierte Bauherrengemeinschaften, um die kreative Gestaltung durch die Bauwilligen zu fördern. Dadurch lassen sich auch neue Wohnformen etablieren.
Jens Deichmann „Neue Wohnkonzepte fördern – kommunalen Wohnungsbau voranbringen“
Gerade für die Frage, wie Altwerden in gewohnter Umgebung möglich wird, ergeben sich verschiedene Möglichkeiten. Einerseits über Mehrgenerationenhäuser, wie beispielsweise der Mehrgenerationen-Campus in Gomaringen oder über Modelle wie Senioren-WGs. Letzteres ist ein Konzept, das vorhandene Strukturen nutzen und Potenziale freilegen könnte. Beispiel: Eine alleinstehende ältere Dame entscheidet sich, dass sie ihr Haus mit Gleichaltrigen teilen will. Es gibt für jeden eigene Rückzugsmöglichkeiten, aber auch Gemeinschaftsräume. Gemeinsam teilt man sich Pflegekräfte und beschäftigt eine Hauswirtschaftskraft. Die älteren Menschen leben nun nicht mehr alleine, sondern in einer Gemeinschaft und können vergleichsweise günstig leben und versorgt werden. Gleichzeitig werden deren Häuser frei, die von jungen Familien genutzt werden können.
Die Gemeinde ist zudem im Besitz von baureifen Grundstücken, die sie selbst als Gesellschafterin einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft bebauen und vermieten könnte. Hierdurch könnte günstiger Wohnraum geschaffen und eine „Einnahmequelle“ für die Gemeinde geschaffen werden.
Zudem wären Nutzungsänderungen bei Leerstand von Gewerbeimmobilien ein gutes Mittel, um weiteren Wohnraum zu schaffen.
Gültekin Ateş
„Leerstand in den Dorfzentren beheben, Bauplätze sinnvoll nutzen“
Durch attraktive Programme muss das Dorfleben in den Zentren wieder attraktiver gestaltet werden. Leerstände müssen behoben, bauen auf vorhandenen Bauplätzen unbürokratisch und schnell ermöglicht werden. Gemeindeeigene, aber auch private Bauplätze müssen sichtbarer und transparenter sein. Subventionierte Bauplätze für aktuelle Bewohner ab einem bestimmten Zeitraum. Hilfe und Unterstützung beim Umbau bzw. Sanierung von Altgebäuden.
Eser Turgut
„Kleines Angebot – Große Nachfrage“
Ich setze auf die Innenentwicklung und Reduzierung des Leerstands. Wenn neue Baugebiete erschlossen werden und die Gemeinde Flächen veräußert, muss bei Großprojekten auf einen verpflichtenden Anteil von vergünstigtem, sozialen Wohnraum gesetzt werden. Langfristig muss unsere Gemeinde auch über die Option einer eigenen Wohnungsbaugesellschaft nachdenken und sich an anderen Kommunen orientieren, die damit erfolgreich sozialen Wohnungsbau betreiben.
Bürgerschaftliche Kommunikation und Mitbestimmung
5. Haben Sie Ideen für ein Format direkter Bürgerbeteiligung?
Marc Roth „Bürgersprechstunden, Digitalisierung, frühe Beteiligung durch Bürgerversammlungen & SABE weiterentwickeln“
- Regelmäßige Bürgersprechstunde in jedem Teilort
- Weiterentwicklung der SABE
- Digitalisierung vorantreiben
- Themenbezogene & frühe Einbindung durch Bürgerversammlungen
Carsten Göhner „Einwohnerversammlungen + Bürgersprechstunde + Kummerkasten + Homepage + persönlicher Kontakt + Umfragen“
- Der direkte persönliche Kontakt zu den Einwohnern ist mir wichtig. Daher sehe ich rotierende Einwohnerinformationsveranstaltungen in den Orten für zielführend. Abgestimmt auf anstehende Projekte in den Orten, möchte ich die Bürger über aktuell anstehende Maßnahmen informieren.
- Die Einführung von einer Bürgersprechstunde beim Bürgermeister, sehe ich hierbei als Ergänzungsangebot, für Einzelanliegen.
- Digital sehe ich ein sinnvolles Angebot, in der Einführung von einem „Kummerkasten“, auf der Homepage der Gemeinde.
- Als sehr wichtig betrachte ich das Ratsinformationssystem, um allen Interessierten den Zugang zu den Sitzungsunterlagen und den Blick hinter die Kulissen, insbesondere auf die Sachargumente zu den Gremiensitzungen, zu ermöglichen.
Jens Deichmann
„Transparenz, Digitale Teilhabe, frühzeitige Einbindung in kommunale Prozesse“
Die Kommunikation zwischen der Gemeinde und Bürgerinnen und Bürgern muss auf Augenhöhe erfolgen. Wertschätzung und Bürgernähe fördern freiwilliges und ehrenamtliches Handeln.
Dies gelingt aus meiner Sicht bereits mit kleinen Mitteln, beispielsweise kurzen Empfangsbestätigungen von E-Mails, die auch automatisch erfolgen können und eine voraussichtliche Bearbeitungsdauer erkennen lassen.
Bei kommunalen Belangen, die bereits erkennbares Konfliktpotential oder Emotionalität mit sich bringen, sollte folgende Vorgehensweise erfolgen: Vorstellung eines Projekts im Gemeinderat mit Entscheidung, ob man es weiterverfolgen möchte, Information und Beteiligungsformate (z. B. Workshops und Präsentationen in Präsenz und Online) für die Bürgerinnen und Bürger und am Ende eine Entscheidung durch den Gemeinderat oder einen Bürgerentscheid.
Gültekin Ateş
„Gründung von Genossenschaften, um bestimmte Projekte voranzutreiben“
Für das Betreiben oder Ermöglichen von potentiellen Projekten kann die Gründung einer Genossenschaft, an der sich die interessierten Bürger beteiligen können in Betracht gezogen werden. Beispielsweise für die Eröffnung eines Dorfladens oder ähnliches für die Abdeckung der Grundbedürfnisse eines jeden einzelnen Teilortes.
Eser Turgut
„Persönlich vor Ort und digital“
Bürger sollen die Möglichkeit erhalten, regelmäßig auf einer Bürgerversammlung, in jedem Ortsteil, über vorangegangene und anstehende Projekte informiert zu werden und darüber diskutieren zu können. Dort sollen auch eigene Anliegen der Bürger vorgestellt werden, worüber die Gemeinschaft, die Verwaltung oder der Gemeinderat beraten kann.
Auf dem digitalen Kanal muss eine Bürger-App eingeführt werden, um eine größere Zielgruppe zu informieren, Beteiligung zu ermöglichen, Stimmungsbilder abzubilden und Ergebnisse auszuwerten.
6. Sofern Sie für die Einführung einer Bürger-App (zum Beispiel „Crossiety“) sind: Mit welchen Argumenten würden Sie den Gemeinderat davon überzeugen, dafür Geld auszugeben?
Marc Roth „Best-Practice anschauen: App kein Selbstzweck, sondern immer ziel- & ergebnisorientiert“
- Vor Ort Besichtigung bereits vorhandener „best-practice“ Modelle
- Einführung nicht Selbstzweck, sondern immer ziel- und ergebnisorientiert
- Für Gesamtgemeinde muss gelten: gute Verfahren wichtig, gute Ergebnisse noch wichtiger
Carsten Göhner „Die Einführung dieser App wurde durch den amtierenden Gemeinderat abgelehnt.“
- Nachdem eine Bürger-App aktuell im Gemeinderat nicht Mehrheitsfähig ist und abgelehnt wurde, sehe ich nur die Möglichkeit, hier durch die Schaffung einer Plattform auf der Homepage der Gemeinde, ein vergleichbares Angebot zu schaffen.
- Das Bürgernetz Kusterdingen, ist alternativ hierzu, bereits seit Jahren etabliert und wird entsprechend genutzt.
Jens Deichmann
„Vielfältige Kommunikationskanäle fördern den Zusammenhalt“
Die Menschen sind sehr unterschiedlich, so auch die Vorlieben, welche Kommunikationskanäle sie benutzen. Daher ist es wichtig, dass hier ein möglichst diverses Kommunikationsnetz betrieben wird, das auch eine Bürger-App enthalten kann.
Die Finanzierung einer solchen App könnte aus meiner Sicht auch über eine Bürgerstiftung erfolgen, die von der Gemeinde, Firmen und Privatpersonen unterstützt und finanziert wird. Hierdurch wäre eine paritätische Kostenteilung für unterschiedliche Nutznießer gegeben.
Alternativ könnte die Gemeinde die Kosten für eine solche App übernehmen, wobei sich Unternehmer für die Teilnahme und die Nutzung „einkaufen“ können, sodass es teilweise gegenfinanziert wäre.
Erfahrungen und Nutzungsberichte sollte auf jeden Fall nochmal z. B. bei der Gemeinde Kirchentellinsfurt eingeholt werden.
Gültekin Ateş
„Halte ich nicht für nötig“
Es gibt in unserer Zeit genügend Informationsmöglichkeiten, über die man fast alle Bürger erreichen kann. Das wäre in meinen Augen rausgeschmissenes Geld.
Eser Turgut
„Bürgerbeteiligung zur Förderung der Demokratie“
Die Ermöglichung einer direkten Bürgerbeteiligung kann das Verständnis und die Transparenz von Entscheidungen erhöhen. Insbesondere politisch uninteressierte Bürger und junge Menschen kann diese Art der Beteiligung bewegen.
Aktuell entscheidet der Gemeinderat über Dinge, wovon einzelne Ratsmitglieder oft nicht direkt betroffen sind (z.B. ÖPNV, Schule oder ortsteilbezogene Maßnahmen). Durch die Einbindung von betroffenen Bürgern können so teure Fehler vermieden und die richtigen Maßnahmen getroffen werden.
Verwaltung und Gemeinderat
7. Welche drei Schwerpunkte würden Sie in den ersten 100 Tagen angehen? Jugendkultur und Offene Jugendarbeit
Marc Roth
„Jugendfarm sichern, gemeinsame Angebot entwickeln, Jugendtreffs stärken“
- Förderstrukturen mit der Jugendfarm regeln durch transparente Kooperationsvereinbarung
- Bestehende Jugendtreffs stärken & Selbstverwaltung ausbauen
- Neue attraktive Freizeitangebote gemeinsam mit Jugendlichen entwickeln
Carsten Göhner „Vereins-/Jugendarbeit + Mitarbeitergespräche + Projektprüfung + Wärmeverbundplanung + Kindergärten“
- Die Sicherstellung der Finanzierung für die Jugendfarm, sehe ich als sehr dringlich, um das „Debakel“, wie bei der letzen Haushaltsverabschiedung, für die Zukunft zu vermeiden. Hierbei ist die Kooperation mit anderen Jugendbetreuungseinrichtungen abzustimmen, insbesondere auch im Hinblick auf die Kinderferienbetreuung und dem neuen Betreuungsanspruch ab der 1. Klasse.
- Die Mittarbeiterinnen und Mitarbeiter sind das wertvollste Gut. Ich möchte hier direkt Kontaktaufnehmen und einen positiven Wind, im Sinne einer motivierten Aufbruchstimmung, in die Verwaltung und die Einrichtungen bringen.
- Die anstehenden Projekte und Aufgaben, werde ich überall wo möglich, nach meinen Kriterien Nachhaltigkeit (Klima + Energie + Starkregen + Kinder- + Seniorengerecht) / Funktionalität / Gestaltung und Wirtschaftlichkeit, einer Gesamtbetrachtung unterziehen.
- Ich möchte alle Vereine an einen runden Tisch einladen und im Sinne der Vereinsvorstandssitzungen den direkten Kontakt suchen.
Jens Deichmann „Verbindliche Lösung – Jugendarbeit stärken und Jugendbeteiligung fördern“
- Verbindliche und nachhaltige Regelung für die Jugendfarm, um deren Fortbestand zu sichern
- Unterstützung der Jugendarbeit, auch durch Erhöhung der Jugendreferentenstelle für die Jugendfarm
- Beteiligung bei Projekten bzw. politische Teilhabe, z.B. durch einen Jugendgemeinderat, anstoßen
Gültekin Ateş
„Jugendcafe & Jugendtreff, Jugendarbeit in den Vereinen und Institutionen“
Ein Treffpunkt für Jugendliche und Heranwachsende ist für die Aufrechterhaltung des Dorflebens essenziell und existentiell wichtig. Genauso muss die Jugendarbeit in den Vereinen gefördert und vorangetrieben werden. Die Tradition und die Kultur, kann nur mit rechtzeitiger Heranführung der Kinder und Jugendlichen in den Vereinen aufrechterhalten werden. Analog zur öffentlichen Gemeinderatssitzung kann auch eine Jugendsprechstunde angeregt werden.
Eser Turgut
„Zuhören. Stärken. Umsetzen.“
Ich will zunächst gezielt das Gespräch mit Jugendlichen, Vereinen, Schulsozialarbeit und offener Jugendarbeit suchen. Nur wenn wir wissen, was wirklich gebraucht wird, können wir die passenden Angebote entwickeln.
Die bestehenden Angebote für Jugendliche müssen gestärkt und sichtbarer gemacht werden. Mein Ziel ist es, dass Jugendliche wissen, was es gibt und sich eingeladen fühlen, Angebote zu nutzen. Deshalb sollte man diese Zielgruppe auch dort erreichen, wo sie unterwegs sind – Social Media.
Auf Grundlage der Gespräche würde ich gemeinsam mit Verwaltung, Gemeinderat und Jugendlichen realistische Projekte/Ideen prüfen und anstoßen.
8. Was wird sich in der Mitte Ihrer Amtszeit verändert haben, so dass junge Menschen mehr ihrer freien Zeit auf den Härten verbringen?
Marc Roth „Vereinsangebot stärken, verlässliche Kooperationen, Treffpunkte & Freizeitangebote sichtbar gestalten“
- Vereine stärken bei Nachwuchsarbeit – tolles Angebot auch für Jugendliche!
- verlässliche Kooperationen mit Jugendfarm
- attraktive & bedarfsgerechte Freizeitangebote
- mehr Treffpunkte & Angebote vor Ort
Carsten Göhner
„Kreative Spielplätze + Aktive Vereine + Jugendtreffs + moderne Angebote“
- Wenn wir Spielplätze neu bauen oder sanieren, werde ich kreative und langlebige Einrichtungen schaffen.
- Unsere Vereine leisten eine sehr wertvolle Jugendarbeit und das muss entsprechend gewürdigt werden. Die Rahmenbedingungen für die Vereinsarbeit müssen zuverlässig, unterstützend und mit Wertschätzung durch die Verwaltung und den Bürgermeister sichergestellt werden.
- Jugendtreffs unterliegen einem ständigen Wandel. Durch den oder die Jugendreferent/in sind hier wiederkehrend Initialzündungen und angepasst Unterstützungsarbeiten zu leisten.
- Dazu zählen ebenso moderne Angebote der Referenten und ebenso das Ferienprogramm der Gemeinde, in enger Kooperation mit den Vereinen.
Jens Deichmann „Begegnungsstätten sowie Sport- und Freizeitanlagen für Jugendliche sind geschaffen“
- Zusätzliche Treffpunkte (Jugendräume schaffen)
- Vernetztes Freizeitangebot, bestehend aus offener und verbandlicher Jugendarbeit
- Gepflegte Bolzplätze
- Sportanlagen in allen Teilorten (mindestens Grundausstattung, z. B. nach dem Prinzip Calisthenics oder Pumptrack)
- Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche erhöhen, z.B. über einen deutsch-französischen Jugendaustausch
Gültekin Ateş
„Schaffung von Orten und Plätzen für die Begegnung und Austausch“
Attraktive Plätze, aber auch Sport- und Freizeitanlagen müssen finanziell darstellbar und nachhaltig geschaffen werden. Mit diesen erweiterten Angeboten muss die Gemeinde weiterhin für den Nachwuchs attraktiv bleiben, so dass eine Abwanderung zwecks Freizeitgestaltung in die Städte verhindert wird. Hier sind aber auch Vereine und Institutionen gefragt, die mehr für die Jugendarbeit machen müssen, hier sollte die Gemeinde mit Rat und Tat aber auch finanziell unterstützen.
Eser Turgut
„Sichtbar, aktiv und erreichbar für alle“
Es gibt feste Treffpunkte für Jugendliche z.B. eine attraktive Freizeitfläche mit Sitzmöglichkeiten, Sport- oder Skatemöglichkeiten. Bestehende Angebote wie Vereine oder Jugendarbeit sind besser vernetzt und werden aktiv genutzt.
Gleichzeitig haben wir neue, niedrigschwellige Formate geschaffen, etwa regelmäßige Jugendtreffs, Aktionen oder Projekte, die gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt wurden (z.B. Workshops, kleine Events oder Musik-/Gaming-Angebote).
Diese Angebote sollen über die offizielle Social Media Präsenz der Gemeinde sichtbar gemacht werden, in allen Ortsteilen stattfinden und aus jedem Ortsteil erreichbar sein.
Verkehrssicherheit und Barrierefreiheit
9. Wo sehen Sie kritische Punkte im Straßen- und Wegenetz im Gemeindegebiet, an denen die Sicherheit von Fußgängern, Kindergarten- und Schulkindern, sowie von Menschen mit Behinderungen gefährdet sind? Wie schaffen Sie Abhilfe?
Marc Roth „Tempo 60 reduzieren, sicherer Radwege, bessere Verbindungen, effizienter Radverkehr“
- Gemeindeverbindung Jettenburg – Kusterdingen: Einführung Tempo 60
- Gemeindeverbindung Immenhausen – Mähringen Bhf.: Einführung Tempo 60
- „Hohe Mark“ Kusterdingen (Funkturm)
Carsten Göhner „Straßenquerungen + Endstellen von Radwegen + Linksabbiegerverkehr + parkende Fahrzeuge + hohe Bordsteine“
- Die Gefahrenstellen sehe ich im Bereich von Straßenquerungen, hier ist der Bau von Querungshilfen ein adäquates Mittel, um das Überqueren von Fahrbahnen leichter und sicherer zu gestalten.
- An den Endstellen von Fuß- und Radwegen, wie zum Beispiel an der Verbindung Wankheim / Mähringen fehlt derzeit noch eine „Einfädelmöglichkeit“ und eine Querungshilfe. Diese muss bei der Sanierung der Kreisstraße mit in der Planung berücksichtigt werden.
- Für den Fußverkehr, insbesondere für Kinder, verursachen parkende Fahrzeuge am Fahrbahnrand, Einschränkungen der Übersichtlichkeit in die Verkehrsflächen. Hier müssen bei Bedarf, durch die Anordnung von Halteverboten, die Sichtfenster freigehalten werden.
- Hohe Randsteine bilden für Senioren und Menschen mit Einschränkungen Hindernisse bei der Fahrbahnüberquerung. Durch die Ausbildung von nachträglich angebrachten kleinen „Anrampungen“, ist eine Erleichterung der Querung, mit einfachen Mitteln zu realisieren.
Jens Deichmann
„Gefahrenstellen erkennen, gezielt verbessern, Sicherheit erhöhen“
Handlungsbedarf besteht insbesondere:
- am Kindergarten Pfiffikus in Jettenburg
- an unübersichtlichen Kreuzungen
- bei fehlenden Gehwegen, z.B. im Kreisverkehr zum Gewerbegebiet in der Braike oder in der Langen Gasse
Maßnahmen:
- Verkehrsberuhigung
- bessere Querungen
- klare Beschilderung
- Parkverbote auf den Ortsdurchgangsstraßen
Sicherheit – besonders für Kinder – hat oberste Priorität.
Gültekin Ateş
„Straßen müssen übersichtlicher und entschärft werden.“
Vor allem muss der Schulweg für die Kinder zwischen Jettenburg und Kusterdingen, sowie dem Judenfriedhof und dem Hundeübungsplatz anders gestaltet werden. Für die Jettenburger Kinder wäre eine Alternative parallel zur B28 und dann entlang der Kreisstraße bis zur Anbindung zur Verbindungsstraße von Wankheim kommend her möglich. Für die Kinder, welche aus Richtung Wankheim kommen auf jeden Fall über die Hohe Mark bis zur Anbindung am Hundeübungsplatz.
Sehr unübersichtlich und gefährlich sind zudem:
- Kreuzung Raihing-, Immenhäuser- und Wankheimer Straße in Mähringen
- Kreuzung Emi-Martin-, Kirchentellinsfurter- und Hindenburgstrasse in Kusterdingen
- Straße zwischen Judenfriedhof und Abfahrt Richtung Hornbach
- Mähringer Straße in Jettenburg
- Teile der Hauptstraße in Immenhausen
- Ortseinfahrt von Wankheim von Kusterdingen kommend
- Ein- und Ausfahrt zum Sportgelände in Mähringen
Eser Turgut
„Keine Kompromisse bei der Verkehrssicherheit“
Insbesondere die Fahrrad- und Fußgängerwege zwischen den Ortsteilen stellen großes Gefahrenpotential dar. Diese werden verstärkt von Kindern und Jugendlichen genutzt, um zur Schule, Vereinen und Freunden zu kommen. Die Gefahrenstellen sind oft bekannt und müssen über Maßnahmen wie Tempolimits, Beleuchtung, Leitplanken, Querungshilfen, durchgängige und barrierefreie Gehwege und einer generellen Sanierung der Wege verbessert werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Wenn notwendige Maßnahmen an Zuständigkeiten scheitern, etwa beim Landratsamt, werde ich als Bürgermeister, dranbleiben, nachhaken und die Interessen unserer Gemeinde, und unserer Bürger, konsequent vertreten. Sicherheit darf nicht an Bürokratie scheitern.
10. Angenommen, Sie möchten das Radwegenetz auf den Härten attraktiv und sicher ausbauen – mit welcher Maßnahme würden Sie beginnen?
Marc Roth „Schlüsselradwege schaffen Sicherheit, Effizienz, sparen Kosten und entlasten Autostraßen“
- Ermittlung & Errichtung von Schlüsselradwegen, auf den Radverkehr gelenkt wird. Spart Wartungskosten & sorgt für Sicherheit, Wege-Effizienz & entlastet Autostraßen
Carsten Göhner „Abgestimmte Prioritätenliste + Landratsamt + Interessenvertreter + Gemeinderat + Verwaltung“
- Ich denke das Thema Verkehr in ganzheitlichen Konzepten, auch über die Markungs- und die Landkreisgrenze hinaus.
- Bei allen Infrastrukturmaßnahmen, sind die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer zu berücksichtigen.
- Die Abstimmung der Maßnahmen muss mit den Interessenvertretern, dem Landratsamt, dem Gemeinderat und der Verwaltung erfolgen.
- Aktuell steht die Sanierung der Kreisstraße zwischen Mähringen und Wankheim an. Der Kreisrat hat die Vergabe der Planungsleistungen beschlossen. Somit müssen hier im Zuge der Planungen für die Kreisstraße, auch die Interessen des Fuß-, Schüler- und Radverkehrs mit eingebracht werden. Hier bedarf es der Maßnahmenabstimmung zwischen Landkreis und der Gemeinde, mit den vorgenannten Akteuren.
- Eine Gefahrenstellen sehe ich unter Anderem, an der Ortsverbindungsstraße zwischen Kusterdingen und Jettenburg. Hier sehe ich eine Trassenführung für den Fuß- und Radverkehr, über den östlich gelegenen Waldweg, als Alternative.
Jens Deichmann
„Zusätzliche Verbindungen schaffen und von den Niederlanden lernen“
Es ist mir ganz besonders wichtig, dass das Radnetz attraktiv und sicher wird. Angebot schafft Nachfrage – gleichzeitig fordert die Teilnahme am Verkehr gegenseitige Rücksicht.
Neben den bereits durch die Härtengruppe Mobilität identifizierten Schwachstellen gibt es noch Ausbaubedarf auf der Strecke zwischen Immenhausen und Mähringen (Sportplatz), sowie zwischen dem Industriegebiet Helleräcker und der Siedlung. Hier könnte z.B. durch das Recycling von abgefrästem Straßenbelag der Kreisstraße zwischen Mähringen und Wankheim eine Aufwertung der vorhandenen Feldwege erfolgen, um das Netz kostengünstig zu erweitern.
Zusätzlich sollte das Tempo auf den Strecken am Funkturm vorbei und zwischen Kusterdingen und Jettenburg durch bauliche Anlagen, wie es sie in den Niederlanden gibt, faktisch reduziert werden, um dadurch die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Gültekin Ateş
„Hohe Mark nutzen, Jettenburg-Kusterdingen verbessern“
Schulweg der Kinder ab dem Judenfriedhof bis zum Hundeübungsplatz und die Strasse zwischen Jettenburg und Kusterdingen haben absoluten Vorrang, hier muss etwas gemacht werden. (siehe Punkt 9)
Eser Turgut
„Gut vernetzt und sicher unterwegs“
Ich würde mit den Stellen beginnen, an denen der Handlungsbedarf am größten ist: also dort, wo Radwege fehlen, abrupt enden oder besonders unsicher sind (z.B. zwischen Immenhausen – Sportplatz Mähringen, Wankheim – Kusterdingen Funkturm, Jettenburg – Kusterdingen).
Darauf aufbauend würde ich die größten Schwachstellen angehen: Lücken im Radwegenetz schließen, sichere Querungen schaffen und den Radverkehr (wo möglich und nötig) klar vom Autoverkehr trennen. Gleichzeitig sorgen wir für gute Pflege und Beleuchtung der Wege. Ergänzend entstehen in jedem Ortsteil Radreparaturstationen, damit Radfahren im Alltag attraktiver und unkomplizierter wird.
Der Vorstand der Härtenliste bedankt sich bei den Kandidaten zur Bürgermeisterwahl herzlich für die Teilnahme.
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- Kandidatenvorstellung
- 1 Kusterdingen beim Klimaschutz voranbringen
- 2 Umsetzung des kommunalen Wärmeplans
- 3 Leerstände unbebauter Grundstücke
- 4 Bezahlbaren Wohnraum
- 5 Bürgerbeteiligung
- 6 Bürgerinformation Bürger-App
- 7 Jugendkultur und offene Jugendarbeit
- 8 Junge Menschen und Freizeit auf den Härten
- 9 Sicherheit von Fußgängern und Kindern
- 10 Radwegenetz auf den Härten

Zu Frage 10:
Mich erstaunt, dass keiner der Kandidaten sich für die Einrichtung von Fahrradstraßen auf den Härten ausspricht. Auf Fahrradstraßen haben die Fahrräder Vortritt und durch einen Hinweis KFZ-frei ist die Straße nicht für Auto gesperrt, ist aber durch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h wesentlich sicherer. Außerdem ist es eine kostengünstige Maßnahme, die rasch umgesetzt werden kann.
Auf der Homepage https://klimaschutz-haerten.de/ findet man mit dem Stichwort „Fahrradstraße“ viele wertvolle Informationen.
So könnten insbesondere die Verbindungen zwischen Wankheim und Kusterdingen (https://klimaschutz-haerten.de/2023/sichere-fahrradverbindung-wankheim-kusterdingen-gemeinderat-stimmt-zu/ ),
sowie zwischen Jettenburg und Kusterdingen (https://klimaschutz-haerten.de/2025/antrag-fahrradstrasse-kusterdingen-jettenburg-in-projekt-modellkommune-kusterdingen-aufgenommen/ ) zu sicheren Radverbindungen aufgewertet werden.
Ich freue mich, dass die beiden vernünftigen Kandidaten die aktuelle Situation des Fahrradverkehrs erkannt haben und bereits praktikable Lösungen in der Schublade haben. Wie haben wir (nicht nur bei der Fahrradumfahrt) gehört und gelernt?: RÜCKSICHT macht Wege BREITER.
Dem schließe ich mich an und finde dass ohne weitere Regulatorien und Sperrungen ALLE Verkehrsteilnehmer aufgefordert sind, rücksichtsvoll miteinander zu interagieren.
Häckselplatz-Pendler und Schüler kommen sich eigentlich nicht in die Quere (!) , pressante Abkürzer nehmen vorwiegend die Hauptstraßen, LANDWIRTE fahren auf IHREN Wegen vorbildlich rücksichtsvoll gegenüber den spazierenden und radfahrenden Gästen und reinigen diese Wege in angemessener Frequenz.
Natürlich gibt es zu wenig Fernfahr-Radwege und die Fahrrad-erlaubten Fußwege dürfen nicht ohne Querungshilfe anfangen oder enden … (Wankheim-Kreisverkehr), (Wankheim-Mähringen) und die Beschilderung und Beleuchtung des Schulwegs zur Härtenschule ist von Immenhausen her viel besser, als die von Wankheim her ….
Kleine, sinnvolle und konsequente Eingriffe sind wichtiger als Wunschträume, die weder finanziell noch verkehrsrechtlich erfüllt werden können.
Ich finde, dass mit wenigen Maßnahmen und Beschilderungen die aktuelle Situation entschärft werden kann, vor Allem wenn bereits beschlossene Projekte überdacht und korrigiert werden.
Ich freue mich auf eine Stichwahl der beiden bodenständigen Kandidaten, die zu ihren Versprechungen stehen können und wollen. Nun gilt es also, die karrieregeilen und unerfahrenen von den seriösen Kandidaten zu unterscheiden !