Vortrag von Dr. Thomas Nielebock über Ursachen und Hintergründe des Krieges in der Ukraine

Die Härtenliste hat am 11.04. eine öffentliche Veranstaltung im Klosterhof durchgeführt. Dr. Thomas Nielebock, der als Konfliktforscher 38 Jahre an der Uni Tübingen im Fachbereich Internationale Beziehungen gelehrt und geforscht hat, hielt das Impulsreferat. Etwa 50 Personen hörten dem Referenten zu. Edgar Mayer betonte in seiner Begrüßung, dass die Härtenliste den russischen Einmarsch auf das schärfste verurteile und den Abzug der Invasoren verlange. Er sagte weiter: „Unsere Gedanken sind bei der notleidenden ukrainischen Bevölkerung“. Er führte in das Thema mit der Frage ein, wie es zu dem Krieg kommen konnte, nachdem vor 20 Jahren Putin nach seiner Rede im Deutschen Bundestag über das gemeinsame Haus Europa noch stehende Ovationen erhielt.

Wenn sich die Eskalationsspirale so weiter drehe, dann sei ein Dritter Weltkrieg nicht auszuschließen, befürchtet Thomas Nielebock. Wir sind näher dran als bei jedem anderen Krieg seit der Kubakrise. Um den Krieg zu beenden, müsse man Putin Anreize bieten, um den Konflikt zu entschärfen. In seinem Vortrag ging Nielebock auch auf verschiedene Möglichkeiten der Konfliktlösung ein.

Nach dem Vortrag konnten sich die Besucher*innen mit kostenlosen Getränken und Butterbrezeln stärken, es wurde um Spenden gebeten. Dabei kamen 180 € zusammen, die an Ärzte ohne Grenzen gespendet werden.

In der anschließenden Diskussion wurde gefragt, wie man Putin noch trauen könne, da er doch ständig lüge. Ja, sagte Nielebock, das ist schwer auszuhalten, am liebsten würde man ihn einsperren, aber welche Alternativen gibt es? Es bringe nichts Russland langfristig abzuschotten. Nicht im Ukrainekrieg und nicht auf anderen Ebenen wie z.B. dem Klimaschutz. Russland ist einer der größten CO2 Emittenten. Wenn es nicht gelänge, Russland durch Kooperation zu helfen, seine Emissionen deutlich zu reduzieren, sei eine weitere Klimaerwärmung nicht zu stoppen. Das zeige, wie abhängig man voreinander ist. „Wir müssen den Krieg stoppen, der ist sowas von absurd.“ Der Schutz des Lebens ist das höchste Gut.

Am Schluss berichtete Bürgermeister Soltau, dass in Kusterdingen 30 geflüchtete Menschen aus der Ukraine gemeldet sind. Die Gemeinde wolle in ihren Teilorten jeweils einen Treffpunkt für Geflüchtete einrichten, damit sie sich untereinander, aber auch mit den Kusterdingern besser vernetzen können. Außerdem suche man wieder, wie bei den Geflüchteten 2015 Paten.

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